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Hamburg Web > Webguide > Stadtteile > Borgfelde

Borgfelde - mitten in der Stadt

Im Jahr 1256 wurde Borgfelde (ähnlich wie Hamm-Nord) hamburgisches Landgebiet. Die Schauenburger behielten sich lediglich den Zugang zur Bille vor (der heutige "Grevenweg" = Grafenweg zeugt noch davon).

Borgfelde unterlag einigen militärischen Funktionen. So wurde es östlich durch eine "Landwehr" begrenzt und der nördliche Teil des heutigen Stadtteils musste als "Vorfeld" freigehalten werden. Er wurde also jahrhundertelang kaum bebaut. Lokalen Ruhm erhielt das Gebiet allerdings durch einen Bauern, der seinen verletzten Finger in eine dort sprudelnde Quelle hielt. Seine Schmerzen verflogen und der Borgfelder Gesundbrunnen war als Wunderquelle geboren.

Soziale Teilung

Nach der militärischen Freihaltungspflicht entstanden vorerst weitläufige Landhäuser auf dem Areal. Ende des 19. Jahrhunderts wurden dann vermehrt auch Etagenhäuser gebaut.

Borgfelde war 1871 Vorort und 1894 Stadtteil geworden. Gewerbe- und Industriebetriebe siedelten sich an, die Bevölkerungsdichte nahm schnell zu.

Durch den Geesthang mit der Basaltsteinmauer wurde Borgfelde in Oben- und Unten-Borgfelde geteilt. Sozial schlechter gestellt war man in Unten-Borgfelde, in Oben-Borgfelde waren die Wohnungen wesentlich besser.

Zerstörung und Wiederaufbau

Die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs und vor allem der "Feuersturm" im Jahr 1943 richteten Borgfelde komplett zugrunde. Von 24.993 Menschen lebten 1950 nur noch knapp 3000 Menschen in dem zerstörten Gebiet.

Nach dem Krieg verkürzte man Borgfelde um das Stück zwischen Bille und Mittelkanal. Im typischen 1950er-Jahre-Stil wurde die ehemalige Blockrandbebauung durch die moderne  Zeilenbauweise ersetzt.

Auch in Borgfelde gab es einst einen Mittelweg. Er war damals die zentrale Borgfelder Einkaufsmeile. Mit dem Tod des niederdeutschen Heimatdichters Klaus Groth (1819-99) wurde der Mittelweg in die Klaus-Groth-Straße umbenannt. Ein Mittelpunkt des Stadtteils ist die Klaus-Groth-Straße heute jedoch leider nicht mehr.

Industrialisierung, Kultur und Hilfe

Die Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts brachte mit sich, dass in der Innenstadt (zum Beispiel entlang der Bürgerweide) viele alte Wohneinheiten abgerissen wurden, um Kontorhäusern (heutigen Büros) Platz zu machen. Das wiederum rief eine Art "Stiftmeile" auf der anderen Seite der Bürgerweide ins Leben. Das "Alida-Schmidt-Stift" kümmert sich um hilfebedürftige Frauen, weitere Einrichtungen wie das "Hiobs-Hospital", das "Robert-Adickes-Stift", das "St.-Gertrud-Stift" und das "Matthias-Stift" bieten Wohnungen, zum Beispiel auch für HIV-positive Männer und Frauen. Im Agnes-Neuhaus-Heim werden psychisch kranke Frauen betreut.  


Aktiv ist auch die Gemeinde der ev.-luth. Erlöserkirche. Sie kümmert sich besonders um Jugendliche und zelebriert regelmäßig Monatsendkonzerte auf der Beckerath-Orgel.

Kulturell gesehen gibt es in Borgfelde das Bühnenwerk Hamburg. Da kann man lernen  wie Bühne funktioniert, außerdem ist hier das Hamburger Sprechwerk mit zahlreichen freien Theaterproduktionen zu Hause.

Eckdaten von Borgfelde:

- Einwohner: 6526
- Fläche: 0,864 Quadratkilometer
- Bezirk: Hamburg-Mitte



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