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Hamburg Web > Magazin > Szene & Lifestyle > Rote Fahnen und der Jolly Rouge

Der Protest gegen den Kommerz um St. Pauli hat nun ein Gesicht: den Jolly Rouge

erschienen am 16.01.2011 - 2 Kommentare
Tags: Fussball Sozialromantiker St-Pauli Demonstration Protest

Wo man auch hinsah: überall selbstgemalte Plakate
Wo man auch hinsah: überall selbstgemalte Plakate

Trainer Holger Stanislawski hatte bereits auf der Pressekonferenz vor dem ersten Spiel der Rückrunde gesagt, dass man sich am Samstag als Mannschaft eben auf dieses - das Spiel an sich - konzentrieren wolle. Doch keiner im Stadion konnte sich den roten Fahnen, Plakaten und Luftballons mit dem roten Totenkopf verwehren. Alles stand im Zeichen des Jolly Rouge. Hintergrund ist eine Initiave von Fans, die sich Sozialromantiker nennen und die einige Forderungen an den Verein haben.

Im Wesentlichen geht es Ihnen darum, den Ihrer Meinung nach in jüngster Vergangenheit zunehmenden Kommerz um den Verein FC St. Pauli herum, abzustellen. Bereits im Jahr 2008 formierte sich die Initiative, die damals mit einer erfolgreichen Protestaktion gegen den Millerntaler, einer Bezahlvariante wie in anderen großen Stadien der Bundesliga, von sich Reden machte. Die Einführung desselben konnte abgewendet werden.

Aktuell fordern die Aktivisten unter anderem, dass keine weiteren Werbeflächen mehr vom Verein für Sponsoren zur Verfügung gestellt werden, außerdem den Rückbau von einem Teil der Business-Seats auf der Haupttribüne und die Umwandlung dieser in bezahlbare Sitzplätze für die Fans oder auch die Kündigung von laufenden Mietverträgen bestimmter Logen, in denen die Tore mit Handlungen gefeiert werden, die nach Meinung der Sozialromantiker zu weit gingen und außerdem sexistisch seien.

Am vergangenen Sonnabend wurden außerdem Pappschilder mit dem roten Totenkopf verteilt, auf deren Rückseite nicht nur oben genannte Forderungen gestellt wurden, sondern auch zu einer Demonstration aufgerufen wurde, die nach dem Spiel vor dem Gebäude der Südtribüne startete. Auf den Schildern wurden nicht nur den Fußball betreffende Punkte formuliert, sondern das Thema "Bring back Sankt Pauli" auch auf den Stadtteil ausgeweitet, so dass ebenso der Verkauf der ESSO-Häuser an der Reeperbahn oder die Veränderungen im Stadtteil, insbesondere in und um die Bernard-Nocht-Straße herum, thematisiert wurden.

In der Netzwerk-Plattform "Facebook" bekennen sich bereits knapp 1500 Sympathisanten zu den Sozialromantikern, augenscheinlich sind es bereits noch viel mehr Personen, die sich engagieren und die Forderungen unterstützen. Nun erwartet man, dass der Verein reagiert. Bis es keine sichtbaren Veränderungen gibt, wird das Millerntor wohl weiterhin in einem roten Fahnenmeer erscheinen.
 
Fotos zu Der Protest gegen den Kommerz um St. Pauli hat nun ein Gesicht: den Jolly Rouge
Ultra Sankt Pauli-Fans
Sitzplätze der Südtribüne
Gegen das Kapital
Nordtribüne
Der Jolly Rouge auf der Nordtribüne
Protest auf der Südtribüne
Gegengerade FC St. Pauli
Banner aufd er Haupttribüne
Jolly Rouge Gegengerade
Der Jolly Rouge in der Gegengerade

2 Kommentare

<a href="http://www.emons.de" target="_blank">Banderas</a> am 21.05.2012 um 16:41 Uhr

Wieso in Rosa ;-) ? Aber wenn es viele T Shirts sind, kann ich den Transport organisieren......nur wenn ich auch auf den Shirts benannt werde

Marcus am 17.01.2011 um 18:42 Uhr

Gibts schon Sozialromantiker-T-Shirts (und Sozialromantikerin in rosa)?


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