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Hamburg Web > Magazin > Sport > Hamburger Wertschoepfungsverein HSV

Didi Beiersdorfer macht den HSV zum Hamburger Wertschöpfungsverein

erschienen am 03.02.2009 - Keine Kommentare
Tags: HSV Manager Erfolg Fussball Zukunft


Für Erfolg im Fußball gibt es verschiedene Gründe. Titel können mit einer kräftigen Portion Glück gewonnen werden. Mit diesem Glück reichte es für Stuttgart und Nürnberg 2007 zu einer guten Saison und Titeln. Anschließend verschwanden diese Vereine wieder im gewohnten gehobenen Mittelmaß und noch weit darunter. Der HSV gehörte über 15 Jahre zu diesen Vereinen. Allerdings holte der HSV in glücklichen Jahren keine Titel, sondern nur UI Cup oder Uefa Cup Plätze. Anschließend veschwand der HSV wieder im gehobenen Abstiegskampf. Diese Zeiten sind vorbei. Der HSV gehört jetzt zu den Vereinen, die langfristig Erfolg haben. Seit sechs Jahren spielen die Rothosen international und ein siebtes Jahr wird dazukommen.

Der langfristige Erfolg kann durch großzügige Investments von Scheichs und russischen Oligarchen erreicht werden. Jede Art von Transfer ist dann möglich, weil die Spieler aus der Portkasse finanziert werden können. Meist hat dieses Modell nur mittelfristigen Erfolg. Den Investoren vergeht die Lust am Fußball, wenn nicht drei Jahre in Folge die Champions League gewonnen wird oder ihnen geht das Geld aus.

HSV Mannschaftsfoto 2008

Die elegante und sportliche ehrliche Variante seinen Fans erfolgreiche Jahre zu bieten, ist die dauerhafte Qualifikation für die Champions League. Bei Werder Bremen klappte das über einige Jahre ganz gut, bis man dem HSV Carlos Alberto vor der Nase wegschnappte und dem gleichen Verein für Sanogo 5 Millionen Euro zahlte. Bayern München macht seit 30 Jahren vor wie das auch länger geht. Der HSV hatte in den letzten 10 Jahre nur zwei Kurzauftritte in der Champions League.

Der nun etwas länger anhaltende Erfolg beim HSV ist nicht nur die Folge von sportlichen Erfolgen. Grundlage des HSV Erfolgsmodells ist eien erfolgreiche Transferpolitik. Dem HSV gelingt es immer wieder Spieler zu verpflichten, die dem Verein einige Jahre helfen. Dann werden die beim HSV weiterentwickelten Spieler mit unglaublichen Gewinnen weiterverkauft. Meistens an Vereine, die auf den Erfolg durch Investoren vertrauen.

Der HSV schafft Werte, indem er Spieler ausbildet, mit den Spielern Erfolge feiert und sie dann an größere Clubs (Real Madrid) oder Vereine aus dem Investoren-Erfolgsmodell (Manchester City) verkauft. Rafael van der Vaart und Khalid Boulahrouz wurden mit fast 10 Millionen Euro Gewinn verkauft und Nigel de Jong brachte sogar 18 Millionen Euro. Neben dem Erlösen hat der HSV geschafft sich sportlich weiterzuentwickeln. Das Team um Sportchef Didi Beiersdorfer gelingt es jetzt Spieler, die früher ihre Verträge ausgesessen haben, ohne grobe Verluste und manchmal mit Gewinnen zu verkaufen. Vincent Kompany und Thiago Neves sind dafür gute Beispiele. Sicher klappt das neue Wertschöpgungssystem nicht mit jedem Spieler, aber es reicht bereits wenn jeder Dritte die rasante Wertsteigerung erfährt. Es kann erwartet werden, daß zumindet einer der sechs Wintertransfers beim HSV einschlagen wird.

Meisterschale im HSV Museum

Das HSV-System funktioniert, weil Didi Beiersdorfer nach seinem Amtsantritt im August 2002 ein weitverzweigtes Scoutingsystem aufgebaut hat. In Zusammenarbeit mit den Scouts hat der HSV eine der gepflegtesten Spielerdatenbanken der Liga, die es ermöglicht wie jetzt kurzfristig Spieler zu verpflichten. Die teuren Ablösesummen sind derzeit auch noch möglich, weil es wie Vereine wie Manchester City gibt, die auf das fremdfinanzierte Erfolgsmodell bauen oder bauen müssen.

Der HSV sollte sich trotzdem bemühen die garantierten 20 Millionen Euro aus der Champions League regelmäßig einzunehmen. Verlassen kann sich der HSV nicht darauf, daß weiterhin so unrealistisch hohe Ablösesummen von Investoren gezahlt werden. Wenn "Dukaten-Didi" Beiersdorfer aber sein glückliches Transferhändchen behält und sich auch der ganz große sportliche Erfolg beim HSV einstellt, dann dürfen sich die HSV Fans auf eine lange sportlich erfolgreiche Zeit freuen. Kein HSV Fan wird dann in den nächsten Jahren auf glückliche Erfolge hoffen müssen.

 
Fotos zu Didi Beiersdorfer macht den HSV zum Hamburger Wertschöpfungsverein
HSV Sportchef Didi Beiersdorfer
Beiersdorfer und Hoffmann präsentieren Martin Jol
Didi Beiersdorfer im Mai 2008
Didi Beiersdorfer und Martin Jol
Dietmar Beiersdorfer im Juli 2007

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